Zum Schulschluss gibt’s nicht nur Zeugnisse

  • 25.07.19, 18:47
  • Willi Kraml
  •   Notfunk OE3 ÖVSV Dachverband
Übergabe des Notfunkkoffers an Stefan Kreuzer, stellv. Leiter der Katastrophenschutzabteilung des Landes durch HTL Lehrer Ing. Marc Prantl (OE3PQA) und Karl Speckmayr  (OE3KYS  - Stv. Leiter NÖ Notfunkreferat des Österr. Versuchsenderverbandes)

Ereignisse wie Hochwasser, Stürme, extreme Schneefälle oder Vereisungen bringen meist schwere Schäden auch an der Infrastruktur mit sich. Dies bedeutet, dass Stromleitungen, Kommunikationsverbindungen beschädigt werden oder sogar komplett ausfallen können.

Niederösterreich will auch für derartige Ausnahmesituationen gerüstet sein.

Daher sind im Katastrophenfall die ehrenamtlichen Funkamateure des Österreichischen Versuchssenderverbandes wichtige Partner der NÖ Katastrophenschutzbehörden. „Ein weiterer Meilenstein der großartigen Zusammenarbeit ist die Vorhaltung von sogenannten Notfunkgeräten in robusten Transportbehältern. Diese können rasch in einem Katastrophengebiet von den Spezialisten aufgebaut und betrieben werden, um wichtige Informationen zu übermitteln“, meint Stefan Kreuzer, stellvertretender Leiter der Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz des Landes NÖ.

Der Amateurfunkclub an der HTBLuVA St. Pölten hat im Schuljahr 2018/19 einen weiteren sogenannten „Notfunkkoffer“ in rund 120 Arbeitsstunden geplant und konstruiert. So gabs zum Schulschluss an der HTL St. Pölten nicht nur Zeugnisse sondern auch ein wertvolles Einsatzgerät.

„Dieses spezielle Funkequipment besteht aus einer Kurzwellen und UKW Sende- und Empfangsanlage, sowie einem Datenmodem, das auch die Übertragung von Emails, Bildern und Dokumenten selbst bei totalem Ausfall aller gängigen Kommunikationswege ermöglicht“, so Ing. Marc Prantl, Lehrer an der HTL St. Pölten, der für den Bau des Einsatzgerätes verantwortlich war.

„Die Funkgeräte werden vom Land zwar bezahlt, von unseren ehrenamtlichen, staatlich geprüften Funkamateuren gebaut und im Anlassfall auf Anforderung der Katastrophenschutzbehörden betrieben“, erklärt der Leiter des NÖ Notfunkreferats Karl Speckmayr.

Der letzte große Einsatz liegt einige Jahre zurück, als 2014 ein Eisregen für eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes in Slowenien sorgte. Feuerwehrhilfskräfte aus NÖ leisteten rasche und wertvolle Hilfe mit Notstromaggregaten. Die Spezialisten des Versuchsenderverbandes stellten eine Funkverbindung von der Einsatzzentrale in Tulln in das Katastrophengebiet nach Slowenien sicher. Damals die einzige Verbindung der niederösterreichischen Feuerwehrleute aus dem Katastrophengebiet in die Heimat.

Damit im Einsatzfall alles bestens funktioniert wird auch regelmäßig gemeinsam geübt. Auch bei der nächsten Landeskatastrophenschutzübung im Oktober 2019 im Raum Tulln sind die Funker mit ihrer eigenen Ausrüstung und den mittlerweile vier Notfallkoffern mit dabei. Auch das neue Gerät soll dann unter harten, realen Katastrophenbedingungen beübt werden.

 

Bild: Übergabe des Notfunkkoffers an Stefan Kreuzer, stellv. Leiter der Katastrophenschutzabteilung des Landes durch HTL Lehrer Ing. Marc Prantl (OE3PQA) und Karl Speckmayr (OE3KYS - Stv. Leiter NÖ Notfunkreferat des Österr. Versuchsenderverbandes)

Bild groß